Und schon wieder immer eine Leseempfehlung. Biorama, nicht nur wegen meiner geliebten Elternalltag-Kolumne (diesmal übrigens mit einem Brief an Nicht-Eltern) lesenswert.
Wasch mich!
Hier ist er: der Diktatorhund, der alles kontrolliert. Frauli schreibt Einkaufszettel, Hundeboss sitzt daneben und atmet seinen alten Atem in ihr Gesicht: schreib jetzt ja nix Falsches auf. Für ihn und seine Hundefreunde gibts Wein und T(h)unfischpizza und das Frauli muss sich mit Milch, Brot und Wasser abfinden. Deshalb versteckt Frauli, vom pizzafressenden Köter unterdrückt und schikaniert, Hilferufe im Einkaufszettel. Sehen Sie die unterstrichenen Wortteile? Das ist doch eindeutig: „Wasch mich!“.
Hackweif
Hier kommt jede Rettung zu spät. Der Mann mit dem Hang zum IE hat seine Frau bereits zu Hackweif verarbeiten lassen. (Für nur 50 Euro, das sollte man sich wirklich mal überlegen!) Mit Banane und Milch einmal durch den Mixer gedreht, ein Brot dazu, Kiwi zum Nachtisch und fertig ist die Rentner-Mahlzeit.
Knappern
Für mich ist Knappern das Wort des Jahres. Weil es zum Nachdenken anregt. Knappern: Ist es eine Form des Sparens? Ist es wie Klappern, nur dumpfer? Was zum Knabbern? Vielleicht spricht man es englich aus, „knäppern“, dann ist es bestimmt etwas Schweinisches. Wollen wir knappern? Knapperst du mir einen mit? Ich geh mal knappern. Knapper doch nicht so. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich ohne diesese Wort je ausgekommen bin. Knapp, vermutlich. (Ein Teil von mir vermutet: Kapern, möchte aber nicht durch Gewissheit ernüchtert werden.)
Halloween
Ich fass es nicht, wie männlich ein einziger Einkaufszettel sein kann! Wahrscheinlich sind die Oberarme vor lauter Kraft (steht da wirklich Kraft?) so dick, dass er es nicht schafft, den Stift bis zur linken Seite des Zettels zu strecken. Die Bulls-Eye BBQ-Sauce haut er sich bestimmt als Frühstückssäft rein. Halloween, geh bitte, des is amerikanisch, des konn ned peinlich sei. Kloar kauf i do wos ei. (Inserts Sackkratzen here).
Trauerredner
In der aktuellen maxima ist mein Portrait über den Trauerredner Carl. Ich freue mich sehr über die Geschichte, erstens ist Carl einfach ein leiwander Kerl und großartiger Schauspieler, zweitens das Layout wirklich sehr gelungen und drittens die Bilder von meinem Lieblingsfotografen Stefan Knittel. Tschäckitout!
Diddlina
Diddl ist schon kaum nüchtern zu ertragen, aber dass beim Einkaufszettelblock seine dumpfe Freundin Diddlina („Diddls zauberhafte und clever-geniale Mäusefreundin“, die keine nennenswertere Eigenschaft hat außer „romantische Geschenke zu mögen“ und deppert genug ist um ihre „watteweichen Haarschleifen zu lieben“) herhalten muss, ist echt grindig. Wahrscheinlich schnalzt Diddl, der brutale Patriarch, schon zuhause mit dem Lederriemen, falls sie zu wenig Fleisch, Pferde- statt Bärenbutter oder doch den Eisbergsalat vom Metro heimgebracht hat.
Hahaha
Ich begrüße sehr, dass sie ihn zum Einkaufen schickt. Auch ihre raffinierte Menüplanung finde ich stilvoll. Schinken-Käse-Toast und Fertigpizza, begleitet von Red Bull (immerhin das mit blauem Punkt, da lassen wir uns nicht lumpen) und eine Leba um zwei Euro. Aber ihm 1,20 € zu wenig mitgeben und behaupten, dass da ein Euro Trinkgeld für das arme Würschtl bleibt, das find ich dann doch – hahaha, Schaf, Ätschibätschi – postfeministisch ultraemanzipiert und doch etwas unsympathisch.
Biorama Nummer 33
Out now! Über Foodporn, Klimawandel und mit meiner Kolumne „Elternalltag“ im Biorama Magazin. Diesmal mit der Frage, wo eigentlich unsere Spielräume hin sind.
Fisch
Mehrere Möglichkeiten:
Eins: der Fisch war aus.
Zwei: sie verlor den extra mitgebrachten Durchstreiche-Kugelschreiber irgendwo, vermutlich beim Salat, so wild, wie der durchgestrichen ist.
Drei: sie hat den Fisch vergessen.
Vier: der Fisch war endlich als letztes im Wagerl und sie flitzte zur Kassa, ohne Durchstreichen. (Sehr unwahrscheinlich)